Wiktor But, der wahre Händler des Todes

Arte Doku vom 14.Juni 2015

Wiktor But, einer der berüchtigtsten Waffenhändler der Welt, begann seine Karriere als Offizier der Sowjetarmee und besuchte das Militärinstitut für Fremdsprachen in Moskau. Der Ex-Militärdolmetscher wurde reich, indem er von Ende der 90er bis Anfang der 2000er Jahre Waffen aus Osteuropa nach Afrika und in den Nahen Osten schmuggelte. Zu seinen Kunden sollen Despoten wie Charles Taylor in Liberia und Muammar al-Gaddafi in Libyen gehört haben. Der sprachbegabte Militär, der 1967 in Duschanbe (Tadschikistan) geboren wurde, soll beim Aufbau seines florierenden Handels vom ehemaligen Chef der russischen Abteilung für internationale Sicherheit, Wladimir Martschenko, unterstützt worden sein.

UN-Berichten zufolge war der Russe indirekt an allen großen Konflikten der jüngeren Geschichte beteiligt und belieferte mitunter beide Seiten mit Waffen. Frankreich und Belgien forderten bereits seit Jahren Sanktionen sowie einen internationalen Haftbefehl gegen den Händler. 2005 fror das amerikanische Finanzministerium die Bankkonten seiner Unternehmen ein. Im März 2008 wurde Wiktor But in Thailand festgenommen. Die thailändische Polizei ging hierbei mit Unterstützung der US-amerikanischen Drogenbehörde DEA vor: Vertreter der Behörde hatten sich erfolgreich als Mitglieder der kolumbianischen Farc ausgegeben, die Waffen kaufen wollten. But wurde in den USA vor Gericht gestellt und wegen Waffenhandels zu 25 Jahren Haft verurteilt.

Buts Spitzname war „Merchant of Death“ („Händler des Todes“). Interpol jagte ihn seit 2002. Hollywood nahm sein Leben 2005 als Vorlage für den Kinofilm „Lord of War – Händler des Todes“ mit Nicolas Cage in der Hauptrolle. Seit Juni 2012 verbüßt er seine Haftstrafe im Hochsicherheitsgefängnis United States Penitentiary Marion.