Flucht vor dem Klimawandel Doku Dokumentation Reportage HD 2015 Poenix

Flucht vor dem Klimawandel

Mit bis zu 350 Millionen Klimaflüchtlingen rechnet die UN bis 2050 weltweit. Menschen verlieren ihre Lebensgrundlage – durch Klimawandel und andere Umwelteinflüsse.

Hilfsorganisationen schätzen die aktuelle Zahl der Klimaflüchtlinge weltweit auf mindestens 25 Millionen Menschen. Aufgrund von Naturkatastrophen, Wüstenbildung und Verkarstung fliehen mehr Menschen aus ihrer Heimat als wegen politischer Konflikte.

Dass Menschen in ihrer Heimat nicht mehr leben können, haben auch die westlichen Industriestaaten mit zu verantworten. Der Klimawandel sorgt für Dürren, steigende Meeresspiegel und Sturmfluten. Fruchtbares Land wird zweckentfremdet, Wasser den Bauern entzogen, Fischgründe ausgebeutet. „planet e.“ hat im Senegal und in Bangladesch nachgeforscht: Warum müssen Menschen ihre Heimat verlassen? Wo gehen sie hin – und welche Perspektiven haben sie?

Koko Warner von der UN-Universität Bonn versucht genau das herauszufinden. Sie ist regelmäßig in Bangladesch vor Ort. Dort trifft sie Familien, die aus Überschwemmungsgebieten in die Slums der Hauptstadt gezogen sind. Diese Menschen haben es besonders schwer – weil sich verändernde Umweltbedingungen nicht als Asylgrund akzeptiert sind.

Überschwemmungen sind aber nicht nur ein Problem in Asien. Auch die Westküste Afrikas ist bedroht – so verschwinden im Senegal ganze Dörfer und Felder im Meer. Offiziell gilt der Senegal als „sicheres Herkunftsland“ – dabei haben die Menschen hier mit zahlreichen Problemen zu kämpfen, die nicht hausgemacht sind.

Die Küstengewässer sind leergefischt, weil die Regierung die Fischereirechte an europäische und japanische Firmen verkauft hat, die mit riesigen Trawlern auf Fangzug gehen. Die zahlreichen Fischerdörfer sterben nach und nach aus. Riesige Ländereien werden an internationale Konzerne verpachtet – oft wird dann Öl produziert, ebenfalls für die Märkte der Industrienationen. Dabei wird der ganzen Umgebung Wasser entzogen. Kleinbauern sitzen auf ausgetrockneten Äckern und kämpfen um die letzten Brunnen. Menschen verlassen den Senegal – im letzten Jahr kamen rund 1000 Senegalesen nach Deutschland – dieses Jahr werden es deutlich mehr sein.https://i.ytimg.com/vi/gq8nrFxJCXk/maxresdefault.jpg